Saudi-Arabien verursacht Unruhe am Ölmarkt

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Seit Februar kürzt Saudi-Arabien, der größte Ölproduzent der OPEC, seine Förderung um deutlich mehr als alle anderen Mitgliedsländer. Das Königreich fördert im Februar und März über eine Millionen Barrel (á 159 Liter) weniger als es seine Kapazitäten hergeben. Gestern nun hieß es aus gut informierten Kreisen, dass diese Kürzungen ab April wieder aufgehoben werden. Die Ölpreise reagierten mit einem Preisrutsch.

 

Saudi-Arabien will Ölhahn wieder aufdrehen
Ab April will Saudi-Arabien demnach seine Ölhähne wieder aufdrehen, hieß es am Mittwoch unter Berufung auf Berater des Königreiches. Allerdings warnten diese auch, dass die Pläne jederzeit wieder rückgängig gemacht werden könnten, sollte sich die Situation am Ölmarkt verändern. Das aktuelle Preisniveau, welches so hoch ist wie seit Januar 2020 nicht mehr, rechtfertige die Anhebung der Fördermengen.

 

Aus den Reihen der OPEC hieß es, man habe keine offizielle Mitteilung über eine geplante Förderanhebung von Seiten Saudi-Arabiens erhalten. Delegierte der OPEC sagten, dass ein Ende der offiziellen Produktionsbeschränkungen trotz der Preiserholung sehr unwahrscheinlich sei. Aktuell kürzt das Produzentenbündnis aus insgesamt 23 Staaten über 7 Millionen Barrel ihrer Produktionskapazität. Ob bei einem für Anfang März geplanten Meeting die aktuellen Förderquoten erneut gelockert werden oder nicht, steht bisher noch nicht fest.

 

Preisrutsch an den Ölbörsen
An den Ölbörsen sorgte die Meldung gestern Nachmittag für einigen Aufruhr und einen schnellen Preisrutsch. Allerdings hielt dieser nicht lange an und die börsengehandelten Rohölpreise erholten sich im weiteren Tagesverlauf wieder. Den Marktteilnehmern wurde vermutlich bewusst, dass die Ankündigung zum einen nicht endgültig war, zum anderen eigentlich nicht überraschend kam. Saudi-Arabien hatte seine zusätzlichen Kürzungen von Anfang an auf Februar und März beschränkt. Und noch ist nicht klar, ob das Königreich im April nicht möglicherweise nur eine Reduktion der Zusatzkürzungen durchführen will.

 

Für die Ölmärkte heißt es nun Abwarten bis zum 4. März, wenn die nächste Vollversammlung der OPEC und ihrer Partnerländer auf dem Programm steht. Das Bündnis wird seine Strategie sicherlich anpassen, da die Ölpreise seit Jahresbeginn stark gestiegen sind und inzwischen wieder auf Niveaus von vor der Corona-Krise liegen. Eine Anpassung der Förderkürzungen ist damit sehr wahrscheinlich, eine Beendigung allerdings nicht. Dies dürfte erst zur Debatte stehen, wenn die Pandemie tatsächlich der Vergangenheit angehört.

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