Ölpreise mit Gegenbewegung – Ebbe bei E-Fahrzeugen – Heizöl legt leicht zu

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Nach sechs Tagen in Folge mit Verlusten, können die Ölpreise heute im frühen Handel weiter an ihre gestern erzielten Gewinne anknüpfen. Sowohl die Atlantiksorte Brent als auch Öl der nordamerikanischen Sorte WTI hatten zur Wochenmitte von einem höher als erwarteten Lageraufbau der US-amerikanischen Roh- und Kraftstoffvorräte profitiert und um jeweils über 1 Prozent zugelegt. Brent-Rohöl notierte 89 Cents oder 1,2% höher bei 78,41 Dollar pro Barrel, während WTI-Rohöl-Futures um 82 Cents oder 1,1% auf 74,07 Dollar kletterten.

US-Rohöl- und Kraftstoffvorräte auf Jahreshoch
Das US-Energieministerium hatte gestern für die vergangene Woche gestiegene Bestände in den drei Hauptkategorien Destillate, Benzin und Kerosin gemeldet. Demnach stiegen die Gesamtbestände der USA mit 1233 Millionen Barrel auf den höchsten Stand seit vergangenem Oktober und stellten damit gleichzeitig das bisherige Jahreshoch aus dem Januar ein.

Bremsspuren im Bereich der E-Mobilität werden länger
Entwarnung für die Ölpreise kommt derzeit aus dem Bereich der Elektrofahrzeuge. Ein deutlicher Anstieg des Anteils von E-Fahrzeugen am Gesamtbestand der weltweiten Autoflotte, sollte nach Einschätzung wichtiger Organisationen, wie z. B. der Internationalen Energie Agentur (IEA), den Verbrauch fossiler Kraftstoffe in den nächsten Jahren deutlich reduzieren.

Wie sich nun aber immer deutlicher zeigt, weisen die Automärkte in den USA und in Europa im Bereich der E-Mobilität immer längere Bremsspuren auf.  Sowohl für die USA als auch für die ganze Welt wird in diesem Jahr ein Wachstum der E-Auto-Verkäufe von etwa 20% erwartet. Das ist deutlich weniger als das rasante Wachstum von 46%, das beispielsweise die USA noch im letzten Jahr 2023 verzeichnet hatten

So stagniert in den USA nach einem enttäuschenden Jahresauftakt der Verkauf von Elektrofahrzeugen in den USA. Ford schraubte seine Expansionspläne drastisch zurück und Tesla entließ 10% seiner weltweiten Belegschaft.

Analystin: „Ebbe“ bei E-Fahrzeugen in den USA
Wir erleben im Moment eine „Ebbe“ für Elektroautos, aber es ist unklar, wie lange sie anhalten wird“, sagte Elizabeth Krear, Vizepräsidentin der Elektrofahrzeugabteilung vom Datenanalyse-Unternehmen J.D. Power. „Käufer, die E-Fahrzeuge ablehnen, verweisen auf die mangelnde Verfügbarkeit von Ladestationen, den Kaufpreis, die begrenzte Fahrstrecke pro Ladung, den Zeitaufwand für das Aufladen und die Unmöglichkeit, zu Hause oder am Arbeitsplatz aufzuladen“, so Krear weiter.

Tesla entlässt Supercharger-Team
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor für den Bereich der E-Mobilität in den USA stellte die Situation rund um die Hochgeschwindigkeits-Supercharger von Tesla dar. Das Unternehmen hat vor kurzem sein Netz von mehr als 2.000 US-Ladestationen auch für Nicht-Tesla-Besitzer geöffnet, die mit einem Adapter Zugang zu den Ladestationen haben.

Doch mitten in dieser Umstellung entließ Firmenchef Elon Musk im Rahmen der unternehmensweiten Entlassungen die 500 Mitarbeiter von Teslas Supercharger-Bereich. Inzwischen hat Musk klargestellt, dass Tesla das Supercharger-Netz weiter ausbauen wird, wenn auch langsamer.

Deutschland: Sinkende Bereitschaft zur Anschaffung eines E-Autos
Einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach zufolge, die im Auftrag der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften Ende April veröffentlicht wurde, ziehen nur noch 17% der Befragten aktuell die Anschaffung eines E-Autos in Erwägung.

Bei der ersten Ausgabe der Studie im Jahr 2020 lag dieser Anteil noch bei 24%. Stabil sind dabei auch die Vorbehalte gegenüber der E-Mobilität: Wie schon 2022 halten 60% der Befragten die Reichweite von E-Autos für zu gering. Ein gleich hoher Prozentsatz stellt damals wie heute in Frage, ob Elektroautos wirklich umweltfreundlicher sind.

Heizölpreise wieder mit leichten Aufschlägen 
Nachdem heute im frühen Handel leichte Preissteigerungen für Gasöl, dem Vorprodukt für Diesel und Heizöl, zu beobachten sind, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet je nach Region maximal +0,30 Euro bis +0,70 Euro pro 100 Liter mehr bezahlen als noch zur Wochenmitte.

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